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Der Gewohnheitskäfig

POSTED BY: Elisabeth ON - 09. August 2011

Diese Geschichte wurde von einem amerikanischen Zen-Meister während eines Vortrages in Berlin erzählt: Ein Bär lebte in den 1960er Jahren schon lange in Gefangenschaft in einem sehr kleinen Käfig im Zoo. In diesem Käfig ging der Bär immer nur ein paar Schritte hin und her, hin und her – von dem einen Ende des Käfigs zum anderen. Dann gab es eine immer stärker werdende Naturschutzbewegung, die einen angemessenen Lebensraum für in Gefangenschaft lebende Wildtiere forderte. So wurde auch beschlossen, diesen Bär in ein größeres Gehege umzusiedeln. Als der Tag gekommen war, kamen viele Menschen um mitzuerleben, wie der Bär das erste Mal aus seinem kleinen Käfig herauskommen und voller Neugierde das neue, große Gehege erkunden würde. Die Käfigtür wurde geöffnet – und nichts geschah… Der Bär musste mit einem Stock aus dem Käfig herausgeschubst werden. Als er endlich draußen war, schaute er sich um und schließlich ging er ein paar Schritte! Dann wendete er und ging wieder ein paar Schritte zurück – ging wieder hin und her, hin und her, wie er es schon immer getan hatte …

Jeder von uns hat seinen Käfig,  an den er sich gewöhnt hat. Das müssen wir zu allererst erkennen. Dann können wir uns daraus bewegen und können sogar diese Erfahrung nutzen, anderen zu helfen ihren eigenen Käfig wahrzunehmen.

(Erzählt von Zen-Meister Bon Haeng, im Zen Zentrum Berlin, 9. Juni 2011)

Posted in Weisheitsgeschichten

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