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Weisheitsgeschichte Januar

POSTED BY: Arne ON - 03. Januar 2011

Jeden Monat eine kleine Geschichte …

Wir werden auch weiterhin zu jedem Wochenanfang eine Weisheit präsentieren. Neu wird sein, dass wir an jedem ersten Montag im Monat statt des Weisheitsspruchs eine kleine Weisheitsgeschichte erzählen. Wir freuen uns, wenn ihr euch beteiligen wollt und ihr uns kleine Weisheitsgeschichten schickt, die wir gerne veröffentlichen werden.

Die erste Geschichte ist von Zen-Meister Dae Kwang, der sie bei einem seiner Besuche in Berlin erzählte:

Chinakohl im Garten des Musang Sa Tempels, Süd-KoreaStiele und Wurzeln

Während der späteren T’ang-Dynastie gab es in Südchina einen großen Zen-Tempel namens Ho Pak Sah. Wie in den meisten Zen-Tempeln dieser Zeit, verdienten sich die Mönche von Ho Pak Sah ihren Lebensunterhalt durch Arbeit auf dem Feld. In dem Tempel gab es viele Mönche und er besaß auch viele Ländereien. Der Mönch, der das Farmland verwaltete, hatte also eine schwere Aufgabe. Jeden Morgen ging er sehr früh in die Gärten und Beete, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung war.

Eines Morgens, als er einen Pfad entlangging, um das obere Bewässerungssystem zu kontrollieren, hörte er einen lautes Gezanke. Der erste Schreck verwandelte sich in Verwunderung: Normalerweise war die Morgendämmerung eine Zeit der ruhigen Besinnlichkeit, woher kam dieses wütende Geschrei? Seine Augen richteten sich auf das Kürbisbeet an der Ecke des Gartens. Seine Augen wurden groß, denn er konnte es kaum fassen: Die Kürbisse stritten miteinander! Das durfte doch wohl nicht wahr sein, die Harmonie und der Ruf des gesamten Tempels standen auf dem Spiel!

Er stieß plötzlich einen lauten Schrei aus: „Ho!“. Überrascht wurden die Kürbisse still und er sprach: „Dies ist ein Zen-Tempel, ihr müsst alle lernen, wie man richtig praktiziert!“ Mit großer Geduld brachte er jedem von ihnen bei, wie man meditiert, wie man sitzt, wie man Kohlendioxid langsam durch seine Blätter einatmet und dann Sauerstoff ausatmet… und sich dabei zu fragen: „Was ist ein Kürbis?“. Da sie alle diese Dinge schon kannten, lernten sie schnell. Bald wurden ihre Gemüter ruhig. Er forderte sie dann auf, mit ihren Blättern auf ihre Köpfe zu fassen. Sofort hörte er mehrere Ausrufe des Erkennens, „Ahh!“ Dann brach das gesamte Feld in ein kollektives „JA!“ aus, denn sie hatten es alle verstanden: Jeder hatte einen Stiel, der oben aus seinem Kopf herauskam und jeden mit den anderen verband. Warum stritten sie? Sie alle teilen dieselbe Ranke, waren verwurzelt mit der Quelle des Lebens. Durch die Praxis des Innehaltens entdeckten sie ihre ursprüngliche Verbundenheit und konnten nun ein Leben gemeinsam in Harmonie leben …

Posted in Weisheitsgeschichten

2 Meinungen zu “Weisheitsgeschichte Januar”
  1. Haydée sagt:

    Danke für die schöne Geschichte! Euch und allen Anderen ein gutes, neues Jahr!

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